Monatsarchiv für Januar 2017

Offenes Netzwerk für konvertierte Studierende

Mittwoch, den 11. Januar 2017

Bei der letzten KSR-Sitzung im Haus „eckstein“ in Nürnberg wurde nun von studentischer Seite aus angeregt, eine Art „Netzwerk konvertierter Theologiestudierender“ ins Leben zu rufen. Sascha Ebner, der im 9. Semester Evangelischen Theologie studiert (momentan in Halle) und selbst von der römisch-katholischen in die evangelisch-lutherische Kirche übergetreten ist, hat sich bereit erklärt, den Aufbau einer solchen „offenen Gruppe“ zu koordinieren. Dazu hier die Einladung:

“Du bist von einer Kirche anderer Konfession in die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern übergetreten und willst in der ELKB Pfarrer/-in werden?

Du hast Interesse, dich mit anderen Konvertit/-innen auszutauschen?

Dann melde dich! Gründen wir doch ein

Offenes Netzwerk konvertierter Theologiestudierender!

 

Auch wenn es keine offizielle Statistik gibt, gehen die KSB und andere kircheninterne Stellen davon aus, dass etwa 20 % derjenigen, die auf der Anwärterliste für das geistliche Amt der ELKB stehen, von einer anderen Kirche zur evangelisch-lutherischen Kirche übergetreten sind. Das ist eine sehr große Gruppe.

 

Die Gründe, die zu einer Konversion führen können, sind sehr vielfältig. Oftmals wird der Übertritt von einer Kirche zu einer anderen als eine große Befreiung und auch Bereicherung erfahren. Andererseits ist es unbestritten, dass mit einem solchen Schritt auch große Herausforderungen einhergehen können. Dazu gehören z.B. folgende Fragestellungen:

 

  • Wie finde ich mich möglichst schnell in meiner neuen Kirche mit ihren anderen Strukturen zurecht?
  • Welche Elemente meiner persönlichen Glaubenspraxis und meines Kirchenverständnisses kann ich aus meiner alten Kirche mitnehmen – und was bedarf vielleicht, auch im Hinblick auf meinen späteren Dienst in einer evangelischen Gemeinde, einer Transformation?
  • Wie gehe ich damit um, wenn meine Familie meiner Konversion skeptisch bis ablehnend gegenüber steht?
  • Wie soll ich mich gegenüber meiner ehemaligen Kirche in der ökumenischen Begegnung verhalten? Konkret: Wie kann ich ihre Stärken positiv würdigen und mir gleichzeitig bewusst bleiben, wieso ich mich für eine andere Kirche entschieden habe?
  • Wie gehe ich damit um, wenn sich nach ein paar Jahren Zeit einmal Zweifel anmelden, ob meine Konversion die richtige Entscheidung war – und ich vielleicht sogar ein wenig „Heimweh“ nach meiner alten Kirche habe?

 

Jede(r) Konvertit(in) erlebt den Prozess eines Übertritts ein wenig anders. Und trotzdem kann man sagen, dass sich die Herausforderungen, die mit einer Konversion einhergehen, in vielen Fällen doch sehr ähneln. In diesem Zusammenhang kann es sehr hilfreich sein, sich mit anderen Studierenden, die einen ähnlichen Weg gegangen sind, über dieses Thema auszutauschen.

Leider sind die ehemaligen Katholiken, Reformierten, Freikirchler etc. unter den angehenden lutherischen Pfarrer/-innen in Bayern einander bislang kaum bekannt. Das soll sich nun ändern!

 

Das „Netzwerk“ soll einen doppelten Zweck erfüllen:

- Einerseits sollen diejenigen, die diesen Schritt schon vor längerer Zeit vollzogen haben, die Möglichkeit bekommen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über die Gründe der Konversion und die Fragen und Anliegen, die sie an ihre „neue“ Kirche vielleicht noch haben, auszutauschen.

- Andererseits soll dieses Netzwerk als Ansprechpartner für diejenigen dienen, die erst vor kurzem in die evangelisch-lutherische Kirche eingetreten sind oder intensiv über diesen Schritt nachdenken.

 

Wir wollen also einerseits eine offene Plattform für den Austausch der vielen Konvertit/-innen in der ELKB sein und andererseits als Ansprechpartner/-innen den „Neuankömmlingen“ dabei helfen, möglichst schnell in der lutherische Konfession und in der bayerischen Landeskirche heimisch zu werden!

 

Dieses „Netzwerk“ soll eine Gruppe von Studierenden für Studierende sein, also keine feste, offizielle Institution innerhalb der Landeskirche oder der KSB. Die KSB könnte sich allerdings vorstellen, als „Begleitung und/oder Gegenüber“ dieser Gruppe zu fungieren. Darüber, ob und wie eng diese Gruppe mit der KSB zusammen arbeiten will, müsste sie letzten Endes selbst entscheiden.

 

Ihr seid daher, sofern ihr interessiert seid, herzlich eingeladen, ihm eine e-Mail zu schreiben (sascha-ebner@web.de)! (Es besteht selbstverständlich keine Verpflichtung, sich zu melden und beim Aufbau dieser Gruppe mitzuwirken. Wer – aus welchen Gründen auch immer – an dieser Sache kein Interesse hat, kann diesen Aufruf natürlich auch unbeantwortet lassen.)”

 

Herr Ebner würde die Rückmeldungen nicht an die KSB weiterleiten. Wer also bislang gegenüber der Landeskirche und/oder der KSB nicht erwähnt haben sollte, dass er/sie aus einer anderen Kirche kommt, sich nun aber trotzdem mit anderen Konvertit/-innen im vertrauten Kreis austauschen will, darf sich sicher sein, dass damit selbstverständlich vertraulich umgegangen wird.

Auch diejenigen, deren Konversion schon länger zurück liegt und die sich in der ELKB längst uneingeschränkt heimisch fühlen, sind herzlich eingeladen, sich zu melden! Gerade deren Erfahrungen und Ratschläge könnten für die „Neulinge“ besonders interessant und hilfreich sein.

 

Über das weitere Vorgehen würde beraten, sobald einige Rückmeldungen eingegangen sind.

Gut vorstellbar wäre beispielsweise ein erstes Treffen des „offenen Netzwerks“, bei dem sich alle Teilnehmenden über ihre Erfahrungen im Zusammenhang mit der Konversion austauschen könnten. Dazu könnte man vielleicht auch ehemalige Katholik/-innen einladen, die mittlerweile als evangelische Pfarrer/-innen arbeiten. Sicherlich könnten auch deren Erfahrungen interessant sein.

 

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Bracks, KSB

Dr. Gerhard Knodt, KSB

Sascha Ebner, Koordinator des „Netzwerks“ (sascha-ebner@web.de)

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